Museumsverein sucht Spuren eines genialen Baumeisters

Von 1825 bis 1828 lebte und wirkte der große Ingenieur und Brückenbauer Johann August Röbling im Sauerland mit Wohnsitz in Eslohe. Röbling ist später 1831 nach Amerika ausgewandert und dort u.a. als Konstrukteur und Planer der New Yorker Brooklyn- Bridge weltberühmt geworden.

Aber auch im Sauerland hat Röbling deutliche Spuren seiner Arbeit hinterlassen. Im Jahr 1825 bekam Röbling, geboren in Mühlhausen/ Thüringen, im Alter von 19 Jahren seine erste und einzige Anstellung in Deutschland. Als junger Ingenieur und Baumeister wurde er mit der Planung und dem Bau der ehemaligen Provinzialstraße, der heutigen B55, von Meschede nach Grevenbrück beauftragt. Aus seiner Planung stammen auch sogenannte Wegewärterhäuser an der Strecke. Davon sind zwei in Isingheim und an der Schwartmecke an Hand von Plänen nachzuweisen und dienen heute noch als Wohnhäuser. Es muss aber noch weitere Häuser dieser Art an der Strecke gegeben haben. Das ehemalige Hotel zur Post in Eslohe und das alte, abgebrochene Pfarrhaus in Calle sind ebenfalls nach Röblings Plänen gebaut worden.

Neben seiner amtlichen Aufgabe als Kondukteur bei der Straßenbauverwaltung der Arnsberger Regierung beschäftigte sich Röbling mit neuen, revolutionären Ideen zum Brückenbau. Nachweislich hat er Pläne für Stahl- Hängebrücken über die Ruhr in Freienohl und die Lenne in Finnentrop gefertigt und versucht, die Behörden von seinen Ideen zu überzeugen. Eine kleine Hängebrücke über die Ruhr bei Schloss Laer wurde später nach seinen Ideen gebaut und besteht heute noch. Spuren seiner Arbeit führen auch nach Wetter a.d.Ruhr, wo er Kontakt zum Industriellen Friedrich Harkort hatte. Im Lennetal bei Altena und Werdohl hat er Kontakte zu dortigen Drahtherstellern gesucht, um neuartige Drahtseile aus hochfesten Stählen zum Brückenbau zu finden.

1831 ist Röbling dann, vermutlich aus Frust dass er mit seinen genialen Plänen in einer schwierigen politischen Lage nicht zum Zuge kam, mit seinem Bruder und einer größeren Gruppe Deutscher nach Amerika ausgewandert.

Das Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe bereitet zur Erinnerung an J.A. Röbling eine Ausstellung von Ende Mai bis Ende August 2009 unter dem Titel „Mühlhausen- Eslohe- New York“- J.A. Röbling – Der Brückenbauer vor. Bilder, Dokumente und Zeitzeugnisse aus der Mühlhauser Zeit und aus Amerika werden von den Mühlhäuser- Museen zur Verfügung gestellt, die eine Ausstellung zum 200. Geburtstag von Röbling veranstaltet hatten.

Institutionen, Behörden und Privatpersonen aus dem gesamten Sauerland werden gebeten, schnellstmöglich vorhandene Hinweise und Tipps zum Thema an den Museumsverein Eslohe zu geben.

Kontaktadresse:
Horst Vielhaber, Hagenweg 1, 59889 Eslohe; Tel. +49 (0)2973/6637.
Oder per Mail an info(at)museum-eslohe.de.
Ein mehrseitiger Bericht zum Thema ist in den Esloher Museumsnachrichten 2008 abgedruckt.