Heute ist unsere Zeit schnelllebig. Wir sausen mit dem Auto von A nach B mit wenig Sinn für Landschaft und Natur. Haben wir mal Zeit, am Wochenende oder im Urlaub, genießen wir schöne Flecken von Mutter Natur oder von Menschenhand gemacht. Gefällt einem ein Anblick, drücken wir auf den Auslöser vom Handy oder digitaler Kamera. Der Augenblick ist scheinbar festgehalten.
Früher war das anders: die Menschen hatten, neben ihrer täglichen Arbeit, mehr Muse sich am Grün, der Landschaft oder schönen Häusern und Dorfansichten zu erfreuen. Kameras gab es zwar schon Anfang des 19. Jahrhunderts, aber es war nur wenigen Leuten, zumeist Fotografen vorbehalten, so ein Gerät zu nutzen. Schöne Eindrücke mussten auf Papier festgehalten werden. Den Lebensunterhalt konnte man mit dieser Art „Festhalten“ nur selten bestreiten. Deshalb frönten „Künstler“, die Talent und Freude daran hatten, meist nebenberuflich ihrem Handwerk. Heute würde man es Hobby nennen. So ging es auch zwei Malern aus unserer Heimat: Josef Schrudde (1891-1970) und Josef Steilmann (1907-1944). Schrudde stammte aus Bochum und war Lehrer in Landenbeck, Nichtinghausen und Wennemen. Steilmann war aus Hengsbeck und von Beruf Schreiner. Er malte wie Schrudde in seiner Freizeit. Zu den beiden Künstler gesellte sich oft noch ein Dritter: Franz Schrudde (1886-1970). Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten hat Franz Schrudde Kunst in Hamburg und München studiert. Zeit seines Lebens hat er sich mit der Malerei mehr oder weniger über Wasser gehalten. Zeitzeugen wissen noch zu berichten, dass er oft eines seiner Bilder gegen Naturalien oder Dienstleistungen eintauschte. So ließ er sich beispielweise in Eslohe bei Schumacher Keite ein paar Pantoffeln machen. Bezahlt wurde mit einem Bild.

Die drei malenden Chronisten der 30er und 40er Jahre unserer näheren Umgebung haben zahlreiche Bilder geschaffen. Allein von Josef Steilmann, der im Zweiten Weltkrieg als vermisst gilt, sind rund fünfzig Aquarelle, Zeichnungen und Ölgemälde im Familienbesitz erhalten geblieben. Bilder der Brüder Schrudde finden sich vielfach im Privatbesitz in und um Eslohe. Zudem haben alle Drei Kirchen und Kapellen ausgemalt etwa in Reiste, in Landenbeck oder Leckmart.
Das Esloher Maschinen- und Heimatmuseum plant vom 21. August bis 31. Oktober eine Ausstellung über Leben und Werk der drei Maler. Neben Arbeiten von Steilmann und den Brüdern Schrudde, werden auch Bilder von Josef Schruddes Sohn Herbert, Architekt in Düsseldorf und seiner Enkelin Nicola Schrudde, einer zeitgenössischen Künstlerin mit Hang zu Monumentalwerken, zu sehen sein. Die Ausstellungsorganisatoren würden sich freuen, wenn sich noch weitere Fundstellen mit Werken der „Drei Chronisten“ auftun ließen. Zudem werden weitere Informationen über das Leben und Werk der drei Maler gesucht.
Informationen bitte an Horst Vielhaber 02973/6637 oder Gudrun Schulte 02973/3745.