Um den Besuchern die teilweise 150 Jahre alten Dampfmaschinen des Maschinen- und Heimatmuseums Eslohe auch in Betrieb zeigen zu können, werden diese zweimal im Jahr bei den sogenannten "Esloher Dampftagen" in Betrieb genommen und vorgeführt. Das ist mit einem enormen Aufwand an Zeit und Engagement der ehrenamtlichen "Maschinisten" verbunden. Diese Vorführungen sind immer sehr beeindruckend und Anlaufpunkt für zahlreiche Besucher aus Nah und Fern. Die übrige Zeit des Jahres aber stehen die Giganten der Industriegeschichte stumm und starr in der Ausstellungshalle.
Das Vorführen der Dampfmaschinen ist mit ziemlichern Aufwand verbunden. Zunächst wird der Kokskessel angeheizt und der notwendige Dampfdruck erzeugt. Zusätzlich müssen die Maschinen während des gesamten Betriebs kontrolliert und gewartet werden sowie eine Überwachung gewährleistet sein, damit sich kein Besucher an den schnell laufenden Geräten verletzen kann. Hierfür wird ausreichend qualifiziertes Personal benötigt, welches nicht täglich zur Verfügung steht. Hier schafft das neu eingerichtete Multimediasystem Abhilfe.
Damit dieser Bereich des Museums auch an normalen Öffnungstagen interessant wird war es notwendig Veränderungen zu schaffen, da die Dampfhalle zu den allgemeinen Öffnungszeiten still ist und die Maschinen passiv wirken. "Die Herausforderung lag darin, eine Lösung für Alt und Jung zu finden, welche die Dampfmaschinen unterhaltsam darstellen und mehr Informationen über die Geschichte und Funktionen der Dampfmaschinen vermittelt, auch ohne an einer Führung teilnehmen zu müssen", so Prof. Dr.-Ing. Stephan Breide von der FH Südwestfalen in Meschede, der das Projekt von zwei Studenten begleitete. Durch ein Server- Clint- System ist es möglich, die erstellten Sequenzen auf einem Server in einem zentralen Raum abzulegen und an frei wählbaren Stationen im Museum abzuspielen. Es ist einfach zu bedienen und bietet die Möglichkeit, dieses jederzeit auf andere Themengebiete des Museums zu erweitern.
Die Studenten Sabine Grabiwoda und Stefan Weirich der FH Meschede entwickelten deshalb im Rahmen ihrer Abschlussarbeit eine einfach zu bedienende Multimediapräsentation in Zusammenarbeit mit dem Multimedialabor der Uni. Zur Darstellung wurden drei Wiedergabestationen neu eingerichtet und zwei bereits vorhandene Wiedergabestationen (ein Monitor und ein Klein-Kino) in das neue System integriert. Dabei wird medial in die Technik der Dampfmaschinen eingeführt und die Maschinen werden in Aktion zu sehen sein. Alte Aufnahmen wurden mit neu gedrehten Sequenzen gemischt. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis", bestätigte der Vorsitzende des Museumsvereins, Rudolf Franzen. Vom Museumsverein Eslohe e.V. waren die Mitarbeiter Klaus Fiebig, Siegfried Hoffmann, Franz- Josef Keite und Hubert Lehmann an der Realisierung des Projektes beteiligt. Zum einen wurde die Herstellung und Anbringung der Halterungen mit Monitoren geleistet, weiter die Kabelführung vom zentralen Server zu den einzelnen Stationen. Zum anderen waren die Dampfexperten des Museumsvereins bei den Vorlagen für die Texte mit im Boot.
Das Esloher Museum ist eines der meist besuchten Museen im Hochsauerlandkreis und wird mit der neuen Multimediapräsentation sicher noch attraktiver. "Eine solche multimediale Umsetzung gibt es wohl kaum irgendwo", so Prof. Breide. Demnächst wird Bild und Schrift noch ein Ton beigefügt. Mittelfristig ist der Einstieg in eine Audioführung für die gesamte Dauerausstellung des Museum im Konzept enthalten.